Sehnsuchtsort Postapokalypse | GUNG HO

Ausstellung zur Comicserie ab 1. April im Comic Lab

Mühelos. Das ist das Wort, das man sucht: mühelos. Obwohl natürlich Mühe drinsteckt. Aber ”Gung Ho“ kommt so leicht und schnell und federnd daher, obwohl doch auch eine furchtbar ernste Sache erzählt wird. Das ist so… so…
… so undeutsch. Und so wohltuend.

Die ernste Sache sind natürlich nicht die „Reißer“, obwohl man hinter diesem Zombie-Ersatz schon zwei klare Köpfe ahnt, die begreifen, dass agile Raubtiere nicht nur attraktiver sind, sondern auch bedrohlicher als zweibeinig trödelndes Gammelfleisch. Nein, die ernste Sache ist das Erwachsenwerden.

Benjamin von Eckartsbergs Variante ist einfach, aber unverbraucht – weil sie meist anders erzählt wird. Nämlich so: Teenies bewähren sich in der Not und reifen zu Helden. Von Eckartsberg denkt eine Ecke weiter: Was, wenn die Not nicht endet? Und die Jugendlichen die Lust an der Dauerdisziplin verlieren – weil sie JETZT jung sind und JETZT ihr Leben erkunden wollen?

Klingt nach Corona? Nach Randale und Verlieben im Gaza-Streifen? In Belarus? Syrien? All das steckt drin, aber es sieht nicht so aus. Im Gegenteil: „Gung Ho“ ersetzt Schwere durch den Glanz der Verklärung, den die geschickt gewählte Perspektive ermöglicht. Wir erleben die Story nicht aus Sicht verzweifelnder Eltern. „Gung Ho“ erzählt so wie Großeltern von ihrer ersten Liebe zwischen Schwarzmarkt und Trümmerschutt, zwischen großer Gefahr und großem Gefühl.

Thomas von Kummant liefert die kongenialen Bilder. Seine Teenies sind authentisch, in jeder Szene, wohlwollend guckt er ihre Posen ab, zwischen cool und unsicher lässt er sie lümmeln, provozieren, explodieren. Und der Sommer ist allgegenwärtig. Die Sonne glüht auf dem Paar, das knutscht statt Wache schiebt. Sie glitzert beim Flirt am See. Und sie blendet beim Angriff aus dem Gegenlicht – überhaupt geschieht alles am hellichten Tag, nicht im Zombiedunkel. Von Kummant schneidet Action so rasant, wie er Reaktionen geduldig ausspielt, er inszeniert von Eckartsbergs Ideen aufregend, frisch, zusammen schildern sie eine Welt, in der Nichtmehrkinder um die schicksten Klamotten kämpfen und um ihr Leben laufen. Eine Welt zwischen Todesangst und Italienurlaub. Und die man nach Band 5 nur sehr ungern verlässt.

Hier einige Seiten aus den Comics zur Einstimmung 🙂

01.04. – 13.08.2022
Do. – Fr.  16 – 19 Uhr
Sa. 15 – 17 Uhr

EINTRITT FREI

Bitte beachten: Im CCH gilt die 3G-Regelung

Vollständig geimpft, genesen oder getestet. 
Als getestet gelten Personen, die über ein negatives Ergebnis eines höchstens 24 Stundenzurückliegenden Antigen-Schnelltests oder eines höchstens 48 Stunden zurückliegenden PCR-Tests verfügen. 

Schülerinnen und Schüler gelten aufgrund ihrer Teilnahme an den verbindlichen Schultestungen als getestete Personen. 

Kinder bis zum Schuleintritt sind ohne Vornahme eines Coronatests getesteten Personen gleichgestellt. 

Bitte bringen Sie zu Ihrem Museumsbesuch einen Nachweis Ihrer Impfung, Genesung oder ein Testzertifikat sowie ein amtliches Ausweisdokument mit.

Während Ihres Besuches ist eine medizinische Mund-Nasen-Maske (FFP 2 oder OP-Maske) zu tragen.